Die Zukunft von Inhalten: Warum Content-Inhaber modular denken müssen
- Roman Schurter
Inhaltsverzeichnis
Die digitale Revolution hat die Art und Weise verändert, wie wir Inhalte erstellen, verteilen und konsumieren. Dennoch sind viele Content-Management-Systeme und Urheberrechtsrahmen weiterhin in veralteten Annahmen verankert. Für Verlage, Standardentwicklungsorganisationen (SDOs) und Content-Inhaber besteht eine wachsende Notwendigkeit, ein neues Paradigma zu übernehmen: modulare, blockbasierte Content-Architektur.
Die Herausforderung: fragmentierte Inhalte in einer vernetzten Welt
Das heutige Content-Ökosystem steht vor einer grundlegenden Diskrepanz. Während das Publikum Inhalte in Snippets konsumiert – Zitate in sozialen Medien teilt, Videoclips einbettet, Audio-Samples remixt –, behandeln unsere Produktions- und Rechtssysteme Inhalte immer noch als monolithische, unteilbare Werke.
Dies führt zu mehreren Problemen:
- Inflexibilität: Ein Lehrbuchkapitel kann nicht ohne umfangreiche Neuformatierung problemlos für mobile Lern-Apps wiederverwendet werden.
- Komplexität des Rechte-Managements: Die Lizenzierung ganzer Werke, wenn nur bestimmte Abschnitte benötigt werden, erzeugt unnötige Reibungsverluste.
- Plattformabhängigkeit: Inhalte, die in proprietären Formaten erstellt wurden, bleiben gefangen und verhindern eine plattformübergreifende Verteilung.
- Barrieren für die Barrierefreiheit: Layout-First-Content-Designs erschweren die Anpassung von Materialien für verschiedene Geräte oder Barrierefreiheitsanforderungen.
Für Verlage, die erhebliche Ressourcen in die Erstellung von Inhalten investieren, führen diese Einschränkungen direkt zu verpassten Chancen und einer geringeren Kapitalrendite.
Die Lösung: Content-First, blockbasierte Architektur
Die Antwort liegt darin, Inhalte als Sammlungen modularer, unabhängig aussagekräftiger Einheiten neu zu denken. Stellen Sie sich Ihre Inhalte nicht als monolithische Dokumente vor, sondern als Bausteine – jeder Absatz, jedes Bild, jede Übung oder jeder Datenpunkt existiert als diskrete, portable Einheit mit eigenen Metadaten und Nutzungsrechten.
Dieser Ansatz bietet transformative Vorteile:
Single Source, Multiple Outputs
Erstellen Sie Inhalte einmal und veröffentlichen Sie sie nahtlos auf allen Plattformen – mobile Apps, Lernmanagementsysteme, Print und Web – ohne manuelle Neuformatierung. Jeder Block passt sich seinem Kontext an und behält gleichzeitig seine semantische Bedeutung.
Granulares Rechte-Management
Anstelle einer Alles-oder-Nichts-Lizenzierung können Sie einzelnen Content-Blöcken unterschiedliche Rechte zuweisen. Veröffentlichen Sie bestimmte Abschnitte unter Creative Commons, während Sie andere schützen. Lizenzieren Sie bestimmte Übungen an Bildungsplattformen, während Sie ganze Kapitel exklusiv halten.
Verbesserte Interoperabilität
Befreien Sie sich von der Plattformabhängigkeit. Wenn Inhalte in standardisierten, modularen Formaten vorliegen, können sie zwischen Systemen verschoben werden, was eine echte Content-Portabilität ermöglicht und die Abhängigkeit von proprietären Ökosystemen verringert.
Zukunftssichere Flexibilität
Modulare Inhalte passen sich an neue Technologien an – KI-Tutorensysteme, personalisierte Lernpfade, Sprachschnittstellen –, ohne dass eine vollständige Neugestaltung der Inhalte erforderlich ist.
Die Realisierung: der Bitmark-Standard
Während das Konzept modularer Inhalte leistungsstark ist, erfordert die Implementierung praktische Standards. Hier kommt Bitmark ins Spiel – ein Open-Source-, Content-First-Standard, der speziell für diese modulare Zukunft entwickelt wurde.
Bitmark geht das Fragmentierungsproblem direkt an. Wie von der Bitmark Association beschrieben, ermöglicht der Standard, dass Inhalte in „kleine, unabhängig wirksame Wissensnuggets (Bits)“ zerlegt werden, die „auf mobilen Geräten einzeln sowie in Kapiteln gruppiert verfügbar sind, um schlüssige Bücher zu erstellen“.
Die wichtigsten Vorteile von Bitmark für Content-Inhaber:
- Offener Standard: Keine Herstellerbindung. Die Inhalte bleiben Ihr Eigentum und sind auf jeder Plattform, die den Standard unterstützt, portabel.
- Content-First-Design: Beschreibt die Bedeutung von Inhalten, nicht nur ihr Aussehen, und ermöglicht so eine intelligente Anpassung und Wiederverwendung.
- Umfangreiche Interaktivität: Unterstützt über 30 Übungstypen – Multiple Choice, Karteikarten, Lückentextübungen – und ist somit ideal für Bildungsverlage.
- Bewährt in der Praxis: Wird bereits von großen Verlagen und Plattformen verwendet, die 2,8 Millionen Nutzer in 25 Ländern bedienen.
Mehrere Verlage haben Bitmark gerade deshalb angenommen, weil es „erfolgreiches digitales Lehren“ durch „nahtlosen Datenaustausch zwischen verschiedenen Plattformen, Nutzern und Lerninhaltsanbietern“ ermöglicht.
Jenseits des Urheberrechts: neue Geschäftsmöglichkeiten
Modulare Inhalte eröffnen drei wichtige Einnahmequellen:
Personalisierte Content-Erlebnisse
Stellen Sie benutzerdefinierte, kuratierte Pfade oder Leseerlebnisse zusammen, die auf einzelne Benutzer zugeschnitten sind, und erstellen Sie Premium-Personalisierungsangebote.
Effiziente Lokalisierung
Verwalten Sie mehrsprachige Inhalte auf Blockebene, um einen schnelleren Markteintritt und inkrementelle Aktualisierungen in verschiedenen Regionen und Kulturen zu ermöglichen.
Abrechnung pro Nutzung mit erweiterter Analytik
Verfolgen Sie die Nutzung auf Blockebene, um flexible Preismodelle zu ermöglichen – berechnen Sie die tatsächlich genutzten spezifischen Content-Abschnitte und gewinnen Sie gleichzeitig detaillierte Einblicke in das, was bei Ihrem Publikum ankommt.
Der Weg nach vorn
Die Verlagerung hin zu modularen, blockbasierten Inhalten ist nicht nur ein technisches Upgrade, sondern ein strategisches Muss für moderne Verlage und Content-Inhaber. Da sich die digitalen Konsummuster ständig weiterentwickeln, werden Inhalte, die sich nicht anpassen können, zunehmend an Bedeutung verlieren.
Die gute Nachricht? Die Standards, Tools und Community-Unterstützung sind bereits vorhanden. Offene Standards wie Bitmark bieten bewährte Wege, um sich von proprietären Silos zu befreien und gleichzeitig die volle Kontrolle über das geistige Eigentum zu behalten. Unternehmen wie Get More Brain verlassen sich auf Bitmark, um die gesamte Content-Management-Funktionalität darum herum aufzubauen, was die Entwicklung und Weiterentwicklung modularer Inhalte erleichtert.
Für Fachverlage, SDOs und Content-Inhaber ist nicht die Frage, ob eine modulare Content-Architektur eingeführt werden soll, sondern wie schnell Sie mit der Umstellung beginnen können. Ihre Content-Investitionen verdienen die Flexibilität, Portabilität und Zukunftsfähigkeit, die nur modulare Ansätze bieten können.
Nächste Schritte
Sind Sie bereit, modulare Inhalte für Ihr Unternehmen zu erkunden?
- Überprüfen Sie die Ressourcen und die Dokumentation der Bitmark Association
- Erwägen Sie, der Bitmark-Community beizutreten, um sich mit anderen Verlagen zu vernetzen, die diese Umstellung durchlaufen.
- Beginnen Sie klein: Testen Sie die modulare Architektur mit einer einzelnen Content-Sammlung, bevor Sie sie skalieren.
Die Zukunft von Inhalten ist modular, portabel und offen. Die Infrastruktur, um dorthin zu gelangen, ist bereit, wenn Sie es sind.